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'Samolinchen' - der lange Weg von Zittau nach SAMOS

"Samolinchen"

Wie alles begann ...

Die Fahrt mit der Feuerwehr von Zittau nach München

3. Etappe : München - Venedig

4. Etappe : Patras – Piräus und Piräus – Vathý (Samos)


Es war Sonntag. Ein ganz besonderer Sonntag.  .   FAMILIENFEIER 
Nun gut, wie ist das mit dem Blut und dem Wasser... ? Egal, also machten Martina und ich uns auf den Weg. Gefeiert wurde anläßlich eines runden Geburtstages in Bielefeld im Restaurant SAMOS. Das ist jetzt kein Witz, sondern das Lieblingsrestaurant meines Onkels, der eingeladen hatte. Der Zufall (oder war es Fügung ?) wollte es, daß uns mein Cousin gegenüber saß. Er ist seines Zeichens bekennender Camper und sein Hobby ist der Umbau von alten, kuriosen, Nutzfahrzeugen, um sie dann als Wohnmobil zu nutzen. Oder also solche zu verkaufen. Natürlich kam im Laufe der Feier das Gespräch auf  Campen und selbstverständlich auch auf die Samoshilfe. Mein Cousin erzählte uns, daß er in einem Fachblatt gelesen hätte, daß ein Opel-Händler in Zittau einen W 50 L als Löschfahrzeug zum Verkauf angeboten hat.

Das warf für uns 2 Fragen auf :

  1. was ist ein LF 16 - W 50 L...???
  2. wo liegt Zittau...???

Er konnte beide Fragen zu unserer Zufriedenheit beantworten !
Nun gut, er versprach mich sofort anzurufen, wenn er die Zeitung dann wiedergefunden hätte. Dieser Zusatz löste bei uns das Gefühl aus, daß wir auf diesen Anruf wohl lange warten könnten. Aber, kaum zu glauben... schon Mittwoch rief er an und fragte, ob wir noch Interesse hätten. Ich sagt ja und so faxte er mir eine Kopie der Anzeige. Außerdem wußte er noch zu berichten, daß ein Freund von ihm eine Tragkraftpumpe auf dem Hof hätte, die er verkaufen will. Er gab mir Namen und Telefonnummer. Soviel zur Einleitung. Jetzt begann die eigentliche Arbeit. Anruf in Zittau, gewöhnen an den Dialekt, verhandeln. Zunächst sind wir so verblieben, daß uns der Verkäufer sämtliche technische Daten des Fahrzeuges rüberfaxt. Nun ja, diese kamen dann auch sehr schnell. Da der W 50 L ja nun schon ein paar Jährchen nicht mehr gebaut wird, war uns natürlich klar, daß es sich nicht um einen Neuwagen handeln konnte. Überrascht waren wir jedoch, und das hat den letztendlichen Ausschlag zum Ankauf gegeben, daß das Fahrzeug erst ca. 9.000 km Laufleistung aufzuweisen hatte. Außerdem war der Wagen komplett ausgerüstet. Also inkl. Schutzanzüge, Schläuche, Schlauchverbindung, Schuhe etc.

Der Ankauf wurde beschlossen, der Kaufpreis entrichtet. Nun gehörte der Wagen der Samoshilfe. Parallel haben wir uns die Pumpe angesehen, die in einem Lagerschuppen bei Augustdorf stand. Das Ding hat ein VW-Käfer-Motor, kann von 4 Personen getragen werden, saugt Wasser an, komprimiert es und spritzt es weg. Auch hier waren wir uns schnell einig. Jetzt hatten wir also die folgende Situation: Der Wagen in Zittau, die Pumpe in Augustdorf und alles mußte nach Venedig auf die Fähre nach Patras, von Patras nach Samos.

Was nun folgte war eine beispiellose Aktion, welche in die Annalen der Samoshilfe eingehen wird und deutlich gemacht hat, daß die Liebhaber der Insel Samos wohl doch etwas besonders sein müssen ! Carmen R. hat sich sofort angeboten, den Wagen aus Zittau abzuholen. Fahren sollte den Wagen ihr Mann Bernd, der auch sofort zustimmte. Aber wohin fahren ? Peter S. machte den Vorschlag, sich doch in München, Autobahnraststätte Vaterstetten zu treffen. Gut. Somit war die erste Teiletappe vorgegeben. Carmen und Bernd mit dem W 50 L und wir mit einem geliehenen 'Sprinter' und der Pumpe im Gepäck nach München. Vorbereitend mußten noch Überführungkennzeichen für den W 50 L organisiert und eine Kurzzeitversicherung abgeschlossen werden. Zusammen mit einer Vollmacht den Wagen entgegen nehmen zu dürfen schickten wir Carmen die Unterlagen und Kennzeichen zu. Parallel verfaßte Janni ein deutsch-griechisches Dokument, in dem bescheinigt wurde, daß es sich bei dem Fahrzeug um eine Schenkung der Samoshilfe an die Feuerwehr Samos handelt. Janni nahm Kontakt zur Feuerwehr Samos auf und teilte mit, daß wir startklar sind. Von dort aus wurden die Fähren Venedig - Patras und Piräus-Samos gebucht und unser Aufbruch festgelegt. Die Fähre Venedig-Patras ging am 29.04.2001 (Sonntag). Von der Feuerwehr Samos wurde 2 Mann 'abgestellt', um den Wagen mit der Pumpe in Patras entgegenzunehmen. Der Weitertransport lag bei ihnen. Aber soweit sind wir jetzt noch nicht...

Da es sich bei dem W 50 L um einen LKW handelt, brauchten wir natürlich auch Fahrer mit einem entsprechenden Führerschein. Von Zittau nach München war dies kein Problem, da Bernd im Besitz des notwendigen Scheines ist. Bernd und Carmen hatten aber leider keine Zeit mit nach Venedig zu kommen und traten von München aus wieder die Heimreise per Zug an. Damit sie dies auch ausgeruht tun konnten, besorgte Peter S. den beiden eine Übernachtungsmöglichkeit in München. ( Anmerkung : wir waren auch im Hofbräuhaus !) Janni, der mit nach Venedig fuhr, konnte seinen Freund Werner gewinnen mit zukommen. Sehr vorteilhaft hierbei die Tatsache, daß auch Werner einen LKW-Führerschein hat... Um die Gesamtaktion nicht zu gefährden entschieden Janni und ich, daß wir unbedingt noch einen 2. Fahrer benötigen. Zum einen, um Werner zu entlasten und zum anderen, um sicher zu sein, daß auch gestartet werden kann, wenn Werner ausfallen sollte. Leider konnte weder Janni noch ich mit einem 'Ersatz' aufwarten.

Was tun? Am Mittwoch, als die Zeit nun langsam knapp wurde, denn wir wollten Freitag von Gütersloh aufbrechen, um uns alle am Abend in München zu treffen, kam ich auf die Idee über 'Radio Bielefeld' einen Aufruf zu starten. Also, Anruf bei der Redaktion, kurz die Situation geschildert unter dem Motto 'spontan mal kurz nach Venedig'. Es dauerte keine 10 Minuten, dann hat der Redakteur der laufenden Sendung (Treff nach 9.00) zurückgerufen und ein kurzes Interview geführt in dem ich den Aufruf formulieren konnte. Wieder 20 Minuten später ging der Aufruf durchs Radio. Nochmals 20 Minuten später rief der Redakteur wieder an und sagte, daß sich ein Fahrer gemeldet hätte. Er gab mir die Telefonnummer, ich rief an, und wir waren uns sofort einig. Natürlich mußte er dann auch noch ein kurzes Interview geben. Wir hatten also den 2. Fahrer, und was für einen ! Sebastian Kramp aus Bielefeld hat sich im Verlauf der Aktion als absoluter Glücksfall herausgestellt. Soviel zu unseren Vorbereitungen der Aktion. Am Freitag ging's ab nach München...

Teil 2

(Uli Kuck,25.10.2001)


 

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