Es war Sonntag. Ein ganz besonderer
Sonntag. . FAMILIENFEIER
Nun gut, wie ist das mit
dem Blut und dem Wasser... ? Egal, also machten Martina
und ich uns auf den Weg. Gefeiert wurde anläßlich eines
runden Geburtstages in Bielefeld im Restaurant SAMOS.
Das ist jetzt kein Witz, sondern das Lieblingsrestaurant
meines Onkels, der eingeladen hatte. Der Zufall (oder
war es Fügung ?) wollte es, daß uns mein Cousin gegenüber
saß. Er ist seines Zeichens bekennender Camper und sein
Hobby ist der Umbau von alten, kuriosen, Nutzfahrzeugen,
um sie dann als Wohnmobil zu nutzen. Oder also solche
zu verkaufen. Natürlich kam im Laufe der Feier das Gespräch
auf Campen und selbstverständlich auch auf die
Samoshilfe. Mein Cousin erzählte uns, daß er in einem
Fachblatt gelesen hätte, daß ein Opel-Händler in Zittau
einen W 50 L als Löschfahrzeug zum Verkauf angeboten
hat.
Das warf für uns 2 Fragen auf
:
-
was ist ein LF
16 - W 50 L...???
- wo liegt Zittau...???
Er konnte beide Fragen zu unserer
Zufriedenheit beantworten ! Nun gut, er versprach mich sofort
anzurufen, wenn er die Zeitung dann wiedergefunden hätte.
Dieser Zusatz löste bei uns das Gefühl aus, daß wir
auf diesen Anruf wohl lange warten könnten. Aber, kaum
zu glauben... schon Mittwoch rief er an und fragte,
ob wir noch Interesse hätten. Ich sagt ja und so faxte
er mir eine Kopie der Anzeige. Außerdem wußte er noch
zu berichten, daß ein Freund von ihm eine Tragkraftpumpe
auf dem Hof hätte, die er verkaufen will. Er gab mir
Namen und Telefonnummer. Soviel zur Einleitung. Jetzt
begann die eigentliche Arbeit. Anruf in Zittau, gewöhnen
an den Dialekt, verhandeln. Zunächst sind wir so verblieben,
daß uns der Verkäufer sämtliche technische Daten des
Fahrzeuges rüberfaxt. Nun ja, diese kamen dann auch
sehr schnell. Da der W 50 L ja nun schon ein paar Jährchen
nicht mehr gebaut wird, war uns natürlich klar, daß
es sich nicht um einen Neuwagen handeln konnte. Überrascht
waren wir jedoch, und das hat den letztendlichen Ausschlag
zum Ankauf gegeben, daß das Fahrzeug erst ca. 9.000
km Laufleistung aufzuweisen hatte. Außerdem war der
Wagen komplett ausgerüstet. Also inkl. Schutzanzüge,
Schläuche, Schlauchverbindung, Schuhe etc.
Der Ankauf wurde beschlossen,
der Kaufpreis entrichtet. Nun gehörte der Wagen der
Samoshilfe. Parallel haben wir uns die Pumpe angesehen,
die in einem Lagerschuppen bei Augustdorf stand. Das
Ding hat ein VW-Käfer-Motor, kann von 4 Personen getragen
werden, saugt Wasser an, komprimiert es und spritzt
es weg. Auch hier waren wir uns schnell einig. Jetzt
hatten wir also die folgende Situation: Der Wagen
in Zittau, die Pumpe in Augustdorf und alles mußte nach
Venedig auf die Fähre nach Patras, von Patras nach Samos.
Was nun folgte war eine beispiellose
Aktion, welche in die Annalen der Samoshilfe eingehen
wird und deutlich gemacht hat, daß die Liebhaber der
Insel Samos wohl doch etwas besonders sein müssen !
Carmen R. hat sich sofort angeboten, den Wagen aus Zittau
abzuholen. Fahren sollte den Wagen ihr Mann Bernd, der
auch sofort zustimmte. Aber wohin fahren ? Peter S.
machte den Vorschlag, sich doch in München, Autobahnraststätte
Vaterstetten zu treffen. Gut. Somit war die erste Teiletappe
vorgegeben. Carmen und Bernd mit dem W 50 L und wir
mit einem geliehenen 'Sprinter' und der Pumpe
im Gepäck nach München. Vorbereitend mußten noch Überführungkennzeichen
für den W 50 L organisiert und eine Kurzzeitversicherung
abgeschlossen werden. Zusammen mit einer Vollmacht den
Wagen entgegen nehmen zu dürfen schickten wir Carmen
die Unterlagen und Kennzeichen zu. Parallel verfaßte
Janni ein deutsch-griechisches Dokument, in dem bescheinigt
wurde, daß es sich bei dem Fahrzeug um eine Schenkung
der Samoshilfe an die Feuerwehr Samos handelt. Janni
nahm Kontakt zur Feuerwehr Samos auf und teilte mit,
daß wir startklar sind. Von dort aus wurden die Fähren
Venedig - Patras und Piräus-Samos gebucht und unser
Aufbruch festgelegt. Die Fähre Venedig-Patras ging am
29.04.2001 (Sonntag). Von der Feuerwehr Samos wurde
2 Mann 'abgestellt', um den Wagen mit der
Pumpe in Patras entgegenzunehmen. Der Weitertransport
lag bei ihnen. Aber soweit sind wir jetzt noch nicht...
Da es sich bei dem W 50 L um einen
LKW handelt, brauchten wir natürlich auch Fahrer mit
einem entsprechenden Führerschein. Von Zittau nach München
war dies kein Problem, da Bernd im Besitz des notwendigen
Scheines ist. Bernd und Carmen hatten aber leider keine
Zeit mit nach Venedig zu kommen und traten von München
aus wieder die Heimreise per Zug an. Damit sie dies
auch ausgeruht tun konnten, besorgte Peter S. den beiden
eine Übernachtungsmöglichkeit in München. ( Anmerkung
: wir waren auch im Hofbräuhaus !) Janni, der mit nach
Venedig fuhr, konnte seinen Freund Werner gewinnen mit
zukommen. Sehr vorteilhaft hierbei die Tatsache, daß
auch Werner einen LKW-Führerschein hat... Um die Gesamtaktion
nicht zu gefährden entschieden Janni und ich, daß wir
unbedingt noch einen 2. Fahrer benötigen. Zum einen,
um Werner zu entlasten und zum anderen, um sicher zu
sein, daß auch gestartet werden kann, wenn Werner ausfallen
sollte. Leider konnte weder Janni noch ich mit einem
'Ersatz' aufwarten.
Was tun? Am Mittwoch, als die
Zeit nun langsam knapp wurde, denn wir wollten Freitag
von Gütersloh aufbrechen, um uns alle am Abend in München
zu treffen, kam ich auf die Idee über 'Radio Bielefeld'
einen Aufruf zu starten. Also, Anruf bei der Redaktion,
kurz die Situation geschildert unter dem Motto 'spontan
mal kurz nach Venedig'. Es dauerte keine 10 Minuten,
dann hat der Redakteur der laufenden Sendung (Treff
nach 9.00) zurückgerufen und ein kurzes Interview geführt
in dem ich den Aufruf formulieren konnte. Wieder 20
Minuten später ging der Aufruf durchs Radio. Nochmals
20 Minuten später rief der Redakteur wieder an und sagte,
daß sich ein Fahrer gemeldet hätte. Er gab mir die Telefonnummer,
ich rief an, und wir waren uns sofort einig. Natürlich
mußte er dann auch noch ein kurzes Interview geben.
Wir hatten also den 2. Fahrer, und was für einen ! Sebastian
Kramp aus Bielefeld hat sich im Verlauf der Aktion als
absoluter Glücksfall herausgestellt. Soviel zu unseren
Vorbereitungen der Aktion. Am Freitag ging's ab nach
München...
|