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Irgendwann am Samstagmorgen kamen wir – der zweite Fahrer
Werner Gaik und ich – in München an. Als erstes mussten wir zunächst unsere Freunde finden. Auf
dem Rasthof in Vaterstetten hatten wir zwar den Löschzug gefunden, ich gebe ja
zu, dass war eigentlich ganz leicht – der war ja rot, aber wo waren die
Anderen? Also, erst mal telefonieren und neuen Treffpunkt vereinbaren und los
ging es zu einer kleinen Pension, in der sich die übrigen zum Übernachten
eingemietet hatten. Dort gab’s erst mal ein großes Hallo und die zweite
„Überführungsmannschaft“ begann sich zu organisieren:
-
Gegenseitiges beschnuppern
- Austausch der Handyrufnummern
- Abstimmung der zu fahrenden Strecke,
Einladen des Gepäcks in das Begleitfahrzeug
- usw.
Nachdem diese Dinge geregelt waren, fuhren wir zu dritt mit
dem Begleitfahrzeug (schließlich wollten wir von Venedig wieder zurück nach
Deutschland) zum Rasthof. Dort wollten wir noch die Tragepumpe in das Löschfahrzeug
einladen, allerdings kamen hier Zweifel auf: „Das Fahrzeug im Osten – vor der Wiedervereinigung gebaut,
die Pumpe aus dem Westen, passt die eigentlich in den am Fahrzeug dafür
vorgesehenen Stauraum?“ Hilft nichts, wir mussten ausmessen – allerdings wie es
der Zufall will – wir hatten alles möglich an Werkzeug dabei, nur keinen
Zollstock, aber mit der freundlichen Unterstützung des Rasthofpersonals ließ
sich dieses „Riesenproblem“ schnell lösen. Und dam kam auch sehr schnell der Ah-Ha-Effekt: die gute
alte DIN-Norm muss wohl auch in der ehemaligen DDR gegolten haben, jedenfalls
passte die Pumpe auf dem Laufschlitten und in den Stauraum, als wäre sie schon
immer dafür vorgesehen gewesen.
Jetzt stand der Abfahrt nichts mehr im Weg. Die
Fahrzeugkolonne setzte sich in Bewegung – o.k. Kolonne ist übertrieben, also
die beiden Fahrzeuge fuhren in Richtung Österreich. Ich hatte das Glück ein schönes, leises und mit Radio
ausgestattetes Auto zu fahren – Werner und Sebastian hatten dafür eines, mit
dem sie auffielen. Wir bemerkten diesen Effekt recht schnell, da die meisten
Autos beim vorbeifahren langsamer wurden und uns die Insassen immer wieder
freundlich zuwinkten.
Es war eine richtig schöne Fahrt, Sonne, angenehme
Temperaturen, wenig Verkehr und ein Fahrzeug voraus, dem man ganz leicht folgen
konnte. Irgendwann kurz vor der Grenze klingelt das Handy, ich weiß was jetzt
kommt: Telefonieren und Fahren – entsetzlich!! Aber der Anruf kam von den Jungs
aus dem Löschzug, nur der war dummerweise so laut, dass ich kein Wort verstand,
ich brüllte ins Telefon, sie sollten mir eine SMS-Nachricht schicken. Die kam
dann auch prompt: wir hatten vergessen, Vignetten für Österreich zu besorgen.
Also musste ich vorfahren und die Vignetten besorgen. Irgendwann ging es dann durch Österreich über die
Brennerautobahn (incl. Stau) Richtung Italien.
Nach ca. 9 Stunden Fahrt passierten wir die Grenze zu „Bella
Italia“. Irgendwann gegen 19:00 Uhr kamen wir auf dem Fährhafen von Venedig an.
Zum Glück hatten die Ticketverkaufsstellen der Reederei „Blue Star“ noch geöffnet.
Allerdings konnte die nette Mitarbeiterin hinter dem Schalter das versprochene
kostenlose Ticket nicht ausstellen – der Computer weigerte sich ! Nach mehreren
Telefonaten und Beratungen mit den Mitarbeitern von Blue Star, konnte der
Rechner zu einem „Kompromiss“ bewegt werden – ein Ticket für 1000 Drachmen (= €
2,93) – und glücklich begaben wir uns danach auf Hotelsuche. Wir wollten ausgeruht
sein, wenn es am nächsten Tag ans einschiffen von Samolinchen gehen sollte.
Nach drei weiteren Stunden hatten auch wir eine Unterkunft.
Am Sonntag morgen nach dem Frühstück fuhren wir wieder zum
Hafen und begannen Samolinchen reisefertig zu machen, wir brachten die
vorgefertigten Schilder an den Scheiben an damit jeder wusste, wie es mit
Samolinchen in Griechenland weitergehen sollte, schließlich sollte der Löschzug
die Überfahrt nach Patras alleine machen. Nachdem wir alle Dokumente und Schlüssel dem Lademeister der
Fähre übergeben hatten machten wir uns auf den Weg zum Markusplatz in Venedig
und setzten uns am Ufer in ein Cafe.
Gegen 12:30 Uhr fuhr die Blue Star (mit Samolinchen) in
ihrem Bauch an uns vorbei, ich glaube wir hatten alle Drei ein etwas wehmütiges
Gefühl als wir das Schiff an uns vorbei Richtung offene See fahren sahen.
Am selben Tag noch fuhren wir zurück nach Deutschland ...
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