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Fahrt von Bad Dürrheim nach Samos und zurück

Zweck der Fahrt war eine Hilfslieferung für die Insel Samos. Auf dem Rückweg wurden vom dortigen Tierheim 36 Hunde mit nach Deutschland genommen.
 


Am 09.02.2004 traten Marco und ich (Max "Embo") eine Fahrt von Bad Dürrheim nach Samos an. Dort galt es im Tierheim von Samos, 36 Hunde nach Deutschland zu holen.

Schon Wochen vorher wurde geplant und der Reiseweg festgelegt. Die ganze Tour war eine Aktion der

Animal Care Samos   

die von den Tierfreuden Kreta und der Samoshilfe e.V. unterstützt wurde.
Bezahlt wurde alles von der englischen Organisation GAR :

Die Hinfahrt sollte eigentlich ohne große Probleme ablaufen, aber leider kam es, wie immer im Leben, ganz anders. Unsere Fahrt ging zunächst am Bodensee vorbei nach Bregenz, weiter über den Reschen-Pass Richtung Trento > Padua auf Venedig zu. Diese Fahrt dauerte ca. 15 Std. und wir hatten alles, was man sich unter schlechtem Wetter vorstellen kann. Venedig erreichten wir dann um ca. 12 Uhr am 10.02.2004.

Nun mussten wir den Fährhafen suchen, leichter gesagt als getan, die Beschilderungen waren mehr als dürftig, aber nach einigem Suchen haben wir unser Schiff gefunden. Um ca. 14 Uhr verließen wir dann den Fährhafen, 1 Std. lang fuhr das Schiff dann an Venedig vorbei. Der Anblick der Lagunen bis zum offenen Meer war grandios. Ein Erlebnis, das man auf Fotos festhalten muss.

Nachdem wir unsere Kabine bezogen hatten und mit dem Abendessen fertig waren, konnten wir ruhig die Füße hoch legen. Vor uns lagen nun 29 Std. Fahrt, über Korfu > Igouminitsa nach Patras. Am Abend des 11.02.2004 trafen wir um 19:30 Uhr in Patras ein und fuhren dann nach Athen, dort sollten wir Antonia, eine Tierärztin aufsuchen. Gegen Mitternacht kamen wir dort an. Nach einem Abendessen und einigen Ratschlägen für die morgige Weiterfahrt, fielen wir erschöpft ins Bett.

Am 12.02. fuhren wir dann Richtung Athen > Piräus. Der Verkehr hielt sich noch in Grenzen, je näher wir nach Athen kamen desto chaotischer wurde er, so richtig nach meinem Geschmack. Nichts, aber auch gar nichts konnte mich aus der Ruhe bringen und so kamen wir dann gegen 14 Uhr im Hafen von Piräus an. Marco suchte nun das Ticketoffice auf, um eine Fahrkarte nach Samos zu kaufen. Nach ca. 10 Min. kam er zurück und meinte, dass heute kein Schiff mehr ausläuft. Wie das fragte ich ihn. Man habe ihm erklärt, dass man auf dem Weg nach Paros einen Sturm erwartet und deshalb können die Schiffe nicht auslaufen.
Na Klasse !!

Was jetzt folgte war der absolute Hammer, wir hingen in Piräus fest und das noch für 2 weitere Tage. Das Wetter wurde immer schlechter und es fing an zu schneien, die Temperaturen fielen auf fast -10 °C ab. Den einzigsten Trost den wir hatten, wir konnten auf's Schiff und uns dort im Salon aufwärmen. So warteten wir geduldig auf die Weiterfahrt. Am 13.02. ging es dann wirklich gegen 16 Uhr los.

Samos erreichten wir am 14.02. morgens gegen 8 Uhr. Dort holte uns Joeri vom Tierheim am Hafen ab. Zunächst gingen wir erst mal frühstücken, bevor wir uns auf den Weg zum Tierheim machten. Unser LKW war bis unters Dach mit Hilfsgütern für's Tierheim beladen. Obwohl ich schon oft auf Samos war, hätte ich den Weg zum Tierheim nicht gefunden. Kein Schild zeigte den Weg dorthin. Nach kurzer Fahrt kamen wir an, welch ein trauriger Anblick, liegt das Tierheim direkt neben der Müllkippe, kaum ein Tourist wird sich nach hier verirren.

Aber erfreulich war für uns, den Hunden ging es scheinbar gut. Wir wurden gleich von ihnen mit lautem Gebell begrüßt. Einige Hunde streunten außerhalb des Heimes herum. Recht scheu kamen sie uns näher, voller Mißtrauen dem Menschen gegenüber. Aber ihre Neugier war größer als die Angst. Jetzt wurde erst mal der LKW entladen. Jede Menge Hundefutter, Decken, Medizin, u.v.m. Der Schuppen wo alles untergebracht wurde, war fast zu klein. Nach ca. 1 Std. waren wir dann fertig und wir konnten uns etwas um die Hunde kümmern.
Joeri, der Chef vom Dienst im Tierheim, hat wirklich alles im Griff was man mit den spärlichen Mitteln erreichen kann. Hier ist noch viel Hilfe angesagt.
Unter dem Link http://www.samoshilfe.net/tierhilfe.htm können wir den Tieren auf Samos helfen - eine Flasche Retsina weniger ergibt für die Hunde schon fast 5 Dosen Futter.
Joeri (Handy Nr. 00306947584112, spricht englisch) würde sich freuen ...

Am nächsten Tag, 16.02. begannen wir nun den LKW plus Hänger vorzubereiten, damit wir die Hunde verladen konnten. Alle Boxen und Zellen wurden mit reichlich Zeitungen und Decken ausgelegt, sollten die Hunde doch einen gemütliche Platz für die Rückfahrt haben. Am 17.02. war es dann soweit, 36 Hunde wurden dann mit Halsband und Aufkleber, Name und Nummer der Box versehen und verladen. Alle Hunde hatten ihren Impfpass dabei, so dass es unterwegs nach Deutschland keine Schwierigkeiten geben sollte.

Vom Tierheim, 17.02. fuhren wir dann zum Fährhafen nach Karlovassi, unser Schiff sollte um 18:05 Uhr von dort nach Piräus fahren. Am Hafen bemerkten wir einen Hund, der scheinbar verletzt war. Langsam konnten wir uns ihm nähern und stellten fest, er wurde angefahren und hatte auch eine Schussverletzung. Kurz wurde mit Antonia in Athen gesprochen und der Hund wurde dann mit verladen.

Am nächsten Morgen, 18.02. trafen wir dann in Piräus ein und wurden schon von Antonia und 2 Bekannten erwartet. Sie brachte uns noch 3 große Hunde und 6 Welpen mit, der kranke Hund von Samos fuhr mit ihr nach Athen weiter. Noch am selben Tag mussten wir in Patras die Fähre nach Venedig erreichen, wo weitere 2 Tage Fahrt bis Venedig vor uns lagen. Unterwegs hatten wir genügend Zeit mit den Hunden "Gassi" zu gehen und ihre Boxen zu säubern. Eins muss man sagen, alle Hunde waren recht brav und es gab keinerlei Schwierigkeiten mit ihnen. Ob sie wohl merkten, dass es in eine bessere Zukunft geht ? Ich glaube sie spürten es ...

Nach weiteren 15 Std. Fahrt erreichten wir dann Bad Dürrheim. Hier wurden 3 Hunde übergeben, die bei Gerhard (Tierfreunde Kreta) blieben, die anderen sollten noch eine kleine Reise nach Koblenz machen. Am 21.02. erreichte ich dann Koblenz, hier standen Uli K. und Martina von der Samoshilfe bereit, um 17 Hunde zu übernehmen und anschließend in 2 Tierheime zu bringen, wo sie noch untersucht und vermittelt wurden.
Die anderen Tiere wurden von Klaus (Tierfreunde Kreta) nach Dortmund gefahren, wo schon eine Delegation des Tierschutzvereins Bielefeld wartete und die Tiere entgegennahm.

ZOOM +Ich selbst habe noch am Rosenmontag meine "Manu" vom Tierheim Bedburg-Hau, Louisendorf abgeholt. Es ist eine Schäferhündin - Mischung, sehr lieb und stubenrein, in die wir uns gleich verliebten.
Die Suchtgefahr nach einem Streuner von Samos ist sehr groß ...

Abschließend möchte ich sagen, die Tour war sehr anstrengend und hat viel Kraft gekostet, aber ich bin glücklich zu wissen, dass alle Tiere ein neues Zuhause bekommen werden.

 

Embona,
Reisender in Sachen Chattertreffen und Reisender in Sachen Hundetransport.

DüDo, den 28.02.2004


Copyright 2004 © Max 'Embona' Nagel, Düsseldorf
 

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