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Josef Aschenbrenner
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Ehrenstadtbrandrat der Stadt Passau
Ehrenmitglied des
Landesfeuerwehrverbandes
Bayern
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Kurzbericht über den Materialtransport im Frühjahr 2010
auf die Insel Samos
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1.
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Der Verein Samoshilfe Deutschland e.V. erhielt am 18.6.2009 von der Firma Ziegler in Giengen ein Angebot bezüglich der kostenlosen Abgabe von Feuerwehrschläuchen verschiedener Größen -
zweiter Wahl
- für die Freiwilligen Feuerwehren auf Samos.
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2.
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Erkundung des ungefähren Bedarfs an Schlauchmaterial vor Ort durch den stellvertretenden Vorsitzenden Janni Dimas im Sommer 2009.
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3.
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Folgender Schlauchbedarf (1. Alternative) wurde mir mitgeteilt:
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1.500 Meter
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3 - Zollschläuche
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(Größe B = 75 mm)
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3.000 Meter
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2 - Zollschläuche
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(Größe C = 52 mm)
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5.000 Meter
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1 - Zollschläuche
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(Größe D = 25 mm)
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4.
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Diese doch gigantische Anforderung machte eine genaue Erkundung vor Ort nötig; insbesondere deshalb, weil in Deutschland die 1 - Zollschläuche nur in geringen Stückzahlen als „Angriffsschläuche“ eingesetzt werden.
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5.
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Eine erste Sichtung und Schlauchabholung erfolgte am 10. November 2009. Mit 3 Feuerwehrsenioren (Ludwig Deiner, Hans Michl und dessen Bruder Herbert) fuhren wir mit einem Renault Van nach Giengen. Dort standen wir vor einem riesigen Berg an Schläuchen - in großen Kisten verpackt. Wir konnten nach intensiver Auswahl ingesamt ca. 1.800 m B- und C- Schläuche auswählen, abmessen und beschriften. Der Van war bis zur zulässigen Gewichtsgrenze beladen.
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Aufnahmen auf dem Werksgelände der Firma Ziegler
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im Hintergrund: 2 Flugfeldlöschfahrzeuge FLF 80/125-15, für den Flughafen Istanbul
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6.
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Mir war klar, dass wir bei der 2. Abholung ein größeres Fahrzeug einsetzen mussten. Ich mietete daher einen 7,5 to Lkw – Mercedes an. Als Fahren konnte ich meine Feuerwehrkameraden Eduard Murmann (langjähriger Feuerwehrkommandant) und Hermann Wensauer (ebenfalls langjähriger stellv. Kommandant der Werkfeuerwehr der Zahnradfabrik in Passau) gewinnen. Wegen der winterlichen Straßenverhältnisse konnte die Fahrt erst am 9.2. 2010 erfolgen. Um 5.00
Uhr früh ging es los. Da der Lkw mit einer Ladebordwand ausgestattet war, luden wir dieses Mal die mit Schläuchen voll gepackten Transportkisten auf die doch große Ladefläche mittels eines Gabelstaplers. Dann ging die Reise weiter zur Freiwilligen Feuerwehr Weißenhorn, Landkreis Neu-Ulm, wo wir verschiedene Ausrüstung diverser Art in Empfang nehmen konnten. In den Abendstunden kamen wir
wieder in Passau an und konnten das gesamte Material in der THW - Unterkunft zwischenlagern.
Nun galt es dann, diese Unmengen an Schläuchen auszupacken, zu sortieren nach der Größe und zu beschriften. An 2 langen Vormittagen galt es mit weiteren Feuerwehrsenioren diese Arbeiten durchzuführen (oft waren es 8 Mann!!).
Insgesamt waren der Materialsendung weiter beigegeben:
Armaturen wie Strahlrohre, Übergangsstücke, Arbeitsleinen, Helme, Schutzanzüge, Überjacken, ABC- Schutzanzüge Stufe 2, 11 Atemschutzgeräte kpl., 10 Reserveflaschen und Atemschutzmasken.
Es handelt sich ausschließlich um gebrauchte, aber einsatzfähige Ausrüstung!
Diese gewaltige Menge an Schläuchen, Atemschutzgeräten, Armaturen und persönliche Schutzausrüstung stellte mich vor die Frage, wie das Transportproblem zu lösen ist. Da gab es Gott sei Dank Herrn Josef Paul, den Chef der
Mercedes-Niederlassung in Passau mit seinem Mitarbeiter Jürgen Eberl. Sie bemühten sich in lobenswerter Weise um die kostenlose Bereitstellung eines 12 to Lkw durch die Firma CharterWay in Berlin. Dieser modern ausgestattete Lkw erforderte auch einen erfahrenen Berufskraftfahrer. Hier
stand Eduard Murmann bereit. Er hat sich für den Überführungszeitraum Urlaub genommen. Die Reise nach Samos sollte von mir und Eduard Murmann über die Osterzeit erfolgen. Umfangreiche Vorarbeiten für die Planung der Reise waren notwendig und alles schien geschafft. Über meinen griechischen Feuerwehrkameraden Nikos Tzimas aus Preveza lief die Planung ab Patras bis Piräus und zum anschließenden Fährtransport nach Samos. Bis zum geplanten Abfahrtstag am Samstag, den 27. März 2009 wurden immer wieder Material angeliefert,
bis dann fest stand, dass auch der 12 Tonner fast bis zum letzten Kilo beladen war.
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7.
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Aber nun kam der für mich schwarze Mittwoch, der 17. März 2010. Ich wollte mit Freunden noch einen letzten Skitag im Skigebiet Hochficht im Mühlviertel / Oberösterreich erleben. Bei der letzten Abfahrt ins Tal kam ich um 15.30 Uhr zum Sturz und zog mir eine schwere Knieverletzung zu. Zuerst erlebte ich einen Transport mit einem Akja, dann ging es in das Landeskrankenhaus nach Rohrbach und nach der Erstversorgung in das Kreiskrankenhaus
Vilshofen (mein Sohn Michael ist hier Chefarzt der Chirurgie). In meinem linken Knie war alles gerissen; am nächsten Tag lag ich dann schon auf dem OP-Tisch; meine Mitfahrt nach Samos war aussichtslos. Nun kam eine schwierige Phase. Absagen oder Umplanen, unendlich viele Telefonate fielen an und ich war ans Krankenbett „gefesselt“.
Ich war untröstlich; ich hatte mich ja so auf die Reise nach Samos gefreut. Nach einigen Besprechungen mit Eduard Murmann entschlossen wir uns, eine Zwischenlösung zu suchen. Er fand schließlich im 2. Anlauf einen Mitfahrer. Wir entschieden uns, das ganze Ladegut nach Piräus zu einer Spedition zu verbringen, von wo aus dann durch inselinterne Regelung nach Samos mit der Fähre verbracht werden soll. Es war im Kreise meiner Familie schon lange
vorher geplant und fest gebucht, dass wir Ende Mai nach Samos fahren und ich mich dann vor Ort um die weitere Abwicklung der Materialausgabe kümmere. Nach der gelungenen Operation am 18. März 2010 wurde ich am Samstag, den 27. März 2010 aus dem Krankenhaus entlassen. Ich suchte in Passau die THW-Unterkunft auf und konnte der Überführungsmannschaft eine gute Reise wünschen und mich bei den Kameraden des Technischen Hilfswerkes und den Feuerwehrkameraden bedanken,
hier besonders beim Ortsbeauftragten Erich Rehaber und dem Zugführer Christian Jungnickel.
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8.
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Eduard Murmann stand unter Zeitdruck wegen des geltenden Fahrverbotes für Lkw ab 16.00 Uhr. Die Anreise nach Arnoldstein, den Grenzort zu Italien, musste zügig erfolgen. Über den Kommandanten der örtlichen Feuerwehr Arnoldstein wurde ein Quartier besorgt und die sichere Abstellung des Lkw geklärt (wie einfach ist die Lösung von Problemen in Feuerwehrkreisen!).
Am Palmsonntag musste der Lkw bis um 22.00 Uhr stehen bleiben wegen des Sonntag-Fahrverbotes. Dann ging es in den Nachtstunden nach Ancona/Italien, um rechtzeitig die Fähre zu erreichen - mit genauer Einhaltung der zulässigen Fahrzeiten für den Lkw-Lenker. Es ging aber zügig nach Ancona auf die Fähre. Das war schon wieder ein wichtiger Schritt. Die Fahrt auf der Fähre war für die beiden interessant und erholsam.
Nach der Ankunft in Patras ging es dann auf der gut ausgebauten Straße nach Piräus. An einer mit Nikos Tzimas, meinen Feuerwehrkameraden, vereinbarten Mautstelle wurden die beiden Kameraden empfangen und nach Piräus begleitet. Nikos blieb 2 Tage bei den beiden. Eduard Murmann konnte als erfahrener Berufskraftfahrer den Fahrstil der Taxi – und 2-Radfahrer kennen und „schätzen“ lernen. Der Empfang bei den griechischen Feuerwehrmännern war herzlich.
Auch der Chef der Wache führte ein kameradschaftliches Informationsgespräch.
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9.
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Nach einigem Hin- und Her war dann alles bei der Spedition abgeladen und dann ging es am Donnerstag, den 1. April 2010 von Ancona wieder nach Arnoldstein. Wegen des Karfreitages und der anstehenden Osterfeiertage kam es auch hier wieder zu Standzeiten. Aber am Karsamstag kam dann in den Mittagstunden die Mannschaft wieder in Passau an; gegen 11.30 Uhr konnte ich die beiden wieder in meinem Hause begrüßen und mir alles von der Reise berichten
lassen. Erfreulich war auch die Tatsache, dass alles ohne einen Unfall verlief und die beiden Kameraden voller positiver Eindrücke zurück kamen. Und dies gerade in den kritischen Tagen der Finanzkrise und der doch sehr aufgeheizten Stimmung.
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10.
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Nach einigen Telefonaten und einem Hin- und Her wegen des inselinternen Transportes und vorübergehend nicht auffindbarer Gerätekisten war dann alles an Ort und Stelle.
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11.
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Nun mußte ich mich um den Fortgang meiner Genesung kümmern (Rehamaßnahme), ich musste die geplante Urlaubsreise mit der Familie (besonders den Enkelkindern) durchführen können. Natürlich musste ich eine Knieschiene tragen und Gehhilfen benützen.. Das war nicht die reine Freude, aber die doch unbeschwerten Tage mit der Familie waren sehr wertvoll. In diesen Tagen stand natürlich die Familie im Vordergrund. Aber es kam doch zu einer Reihe von
Gesprächen mit alten Feuerwehrfreunden und Kameraden.
| Der Höhepunkt war zweifelsohne ein Besuch der Feuerwehrstation in Hora am Mittwoch, den 2. Juni 2010 mit einem Treffen mit dem Herrn Bürgermeister und dem stellvertretenden Bürgermeister und einer Anzahl von Feuerwehrkameraden. Hier erhielt ich zu meiner Überraschung die Ehrenplakette der Stadt Pythagorion, überreicht vom Bürgermeister
Georgos Georgiadis.
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12.
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Zum Schluß darf festgestellt werden, dass mit der Materialübergabe (insbesondere den über 7000 m B- und C- Schläuchen) einem dringenden Bedarf abgeholfen werden konnte. Bald darauf sind größere Brände ausgebrochen, die nur im geordneten Zusammenwirken von Berufsfeuerwehren, Freiwilligen Feuerwehren, Löschflugzeugen und Hubschraubern und den Behörden erfolgreich bekämpft werden konnten; das Schlauchmaterial kam gerade noch rechtzeitig auf der
Insel an. (siehe auch die zugeleiteten Zeitungsberichte und die internet-Nachrichten.
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J. Aschenbrenner
Passau, den 23. Januar 2011
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Copyright
2011 © ESBR
Josef Aschenbrenner, Passau
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zur Fortsetzung
(Dankschreiben des Bürgermeisters von Pythagorion und Zeitungsberichte)
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