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Sonntag, 6.7.2003. Pythagorion. Der Wecker klingelt um viertel nach 8, uuuaaahh, kaum 4 Std. Schlaf gehabt! Doch wieder zu lange Musik mit Max im Mousses gemacht. Und anschließend noch die berühmt-berüchtigten ”Night Cups“ mit Max, angeblich zur Erholung der gestressten Stimmbänder und zum besseren Einschlafen! |
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Das relativ kleine Boot ist bereits fast voll besetzt mit Reisenden, darunter viele Engländer. Der Motor läuft schon, Kapitän Vassilis sitzt in seiner kleinen Kajüte und nuckelt an der Pfeife. Ich suche und finde noch ein Plätzchen auf der linken Seite des Bootes und verstaue meine Sachen auf dem Decksaufbau in der Mitte des Bootes. Dann schaue ich mich - nun mit etwas mehr Ruhe - mal um. |
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Interessant: Kapitän Gerasimos, der Bruder von Kapitän Jiannis, läuft unruhig direkt vor dem Boot am Kai hin und her und blickt immer wieder auf die Uhr, worauf wartet er? Gestern hatte er Geburtstag und abends gab es eine urige Feier auf dem Boot seines Bruders Jiannis. Die drei Brüder hatten bei unglaublich lauter Musik zur Freude der Touristen auf dem Kai vor dem Boot getanzt, es gab eine großen Auflauf von Schaulustigen. Und Gerasimos landete zu später Stunde plötzlich in voller Montur im Wasser des Hafenbeckens! Da endlich, zwei junge Reiseleiterinnen eilen noch in letzte Minute zum Boot Agia Thekli. Sie haben heute ihren freien Tag und den wollen sie auf Samiopoula verbringen. Eine von beiden, eine Engländerin, sie war gestern an seinem Geburtstag dabei, wird von Gerasimos ganz vertraut begrüßt, bevor sie sich wieder losreißen kann und ins Boot kommt. |
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Ireon kommt nun immer näher, im Hinterland sind deutlich die Folgen des Waldbrandes vom Jahr 2000 zu erkennen. Der Zwischenstopp im Hafen von Ireon mit dem Anlegemanöver sorgt für Abwechselung, weitere Passagiere werden aufgenommen. |
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Und schon legen wir wieder ab und entfernen uns rasch von den Tavernen an der Uferpromenade |
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Das tuckernde Motorgeräusch und der Wind sorgen für eine monotone Geräuschkulisse. Die beiden Reiseleiterinnen haben sich in die kleine Kajüte zu Vassilis zurückgezogen, eine der beiden redet ohne Unterbrechung mit hoher und durchdringender Stimme auf die andere ein und berichtet über ihre Beziehungsprobleme, so, als würde niemand sonst englisch verstehen. Kapitän Vassilis, er hat schon viel gehört, sitzt mit stoischer Ruhe am Ruder und raucht sein Pfeifchen. |
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Es ist gar nicht so einfach, sich auf dem Boot zu bewegen, alles ist voll mit Sonnenhungrigen und die Durchgänge beiderseits der kleine Kajüte nach vorne zum Bug sind eng. Gott sei Dank gibt es ja ein Geländer. Also, einfach so mal Herumlaufen ist nicht möglich. |
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Wir lassen eine kleinen, aus dem Wasser ragenden Felsen links liegen und fahren um die Südspitze von Samos. Eine trockene und nun auch kahle Landschaft, in der in den letzten 10 Jahren mehrere Waldbrände gewütet haben. Das Gebiet hat darunter schwer gelitten und macht mit den verbrannten Bäume einen trostlosen und öden Eindruck. Wir passieren schroffe Felswände, die steil ins Meer abfallen. Schluchten schneiden tief in die mehrere hundert Meter hohen Berge ein und führen zu - vom Land her - schwer zugänglichen, einsamen Stränden. |
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Alle springen von Bord. Eine Karawane setzt sich in Bewegung, da wir, um zur Badebucht auf der anderen Seite von Samiopoula zu gelangen, einen kleinen Fußmarsch auf einem schmalen Pfad über eine Anhöhe der Insel machen müssen. Der Weg führt durch niedriges Gebüsch. |
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Ich erfreue mich an dem grandiosen Blick über das Meer mir seinen leichten Schaumkrönchen hinüber zur Südwestküste von Samos und dem hoch aufragenden Felsmassiv des Kerkis, an dessen Gipfel sich heute ab und zu kleine weiße Wolken stauen. |
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Alles glüht förmlich, die Landschaft flimmert in der Mittagshitze. Eine Ziege steht im Schatten und blickt mir müde nach, als ich über ihre steinige Weide gehe, um den besten Standpunkt für Photos zu erkunden. Von hier oben aus habe ich einen tollen Blick auf den Kerkis Kurz vor dem ersten Gatter - im Schatten unter den Bäumen - sprießen seltsame Gewächse in Massen aus dem Boden |
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Um 1 Uhr gibt es das Barbeque, alle kommen vom Strand den Weg durch die glühende Mittagssonne hoch auf den Bergrücken zu den Häusern unterhalb der Kapelle. Unterwegs müssen 2 Gatter durchquert werden. An langen Bänken, im alles mit einem streifenförmigen Muster überziehenden Schatten schilfrohrgedeckter Dächer, wird das Mittagessen (gegrillter Fisch oder Koteletts mit Salaten, Brot und Käse) gereicht. |
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Zum Essen habe ich mir am Getränkeausschank in einem der Häuser jeweils eine kleine Flasche Samaina sec Wein und Wasser zum Essen gekauft, der Wein war aber dann doch zuviel für mich bei der Hitze. |
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Langsam gehe ich den Weg hinunter zur Bucht, passiere wieder die beiden Gatter, bleibe nochmals an den seltsamen Blütenständern stehen. Am Strand angelangt, stürze ich mich wieder ins dieses tolle, türkisfarbene Wasser. Jetzt, am Nachmittag, gehört der Strand allein den mit Capt. Vassilis angekommenen Reisenden. Samos und das lebhafte Pythagorion liegen weit weg, so als wäre ich schon tagelang nicht mehr da gewesen. Irgendwie ist Samiopoula eine andere, weit entfernte, fast entrückte Welt. Ich döse im Schatten vor mich hin, interessante neue Gedanken steigen auf, wieso sich auch im Urlaub noch Hektik machen? Ich beschließe, die letzte Urlaubswoche nun wirklich ganz in Ruhe anzugehen! |
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Erst um dreiviertel 4 kommt wieder etwas Unruhe auf, die ersten machen sich auf den Weg zurück zum Boot. Ich bleibe etwas zurück hinter der „Karawane“ und mache noch ein paar Aufnahmen von der grandiosen Landschaft. |
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Die Landschaft an der Südspitze von Samos sieht nun im Licht der Nachmittagssonne ganz anders aus als am Vormittag, die nach Osten fallenden Schatten setzen neue Akzente und kreieren neue, faszinierende Eindrücke. Wir passieren wieder die Tsopela Bucht und dann eine Reihe weiterer mir namentlich nicht bekannter Strände. |
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Beeindruckt bin ich von der grandiosen Kakóremma Felsschlucht. Ob man durch diese wilde Schlucht auch von der Landseite aus den Strand erreichen kann? |
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Und schon passieren wir wieder eine Schlucht und bald darauf die steil ins Meer fallende Felswände, fahren um die Südspitze herum und wenden uns nach Norden Richtung Ireon. Wir passieren Papas Beach, der in der Nachmittagssonne leuchtet und nähern uns schnell Ireon. |
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Im Vergleich zu Kapitän Jiannis ist Kapitän Vassilis sehr zurückhaltend und tritt kaum öffentlich in Erscheinung. Die meiste Zeit sitzt er hinter dem Ruder in seiner Kajüte und schmaucht sein Pfeifchen. Nur auf der Rückfahrt geht er im Boot herum und kassiert von jedem Reisenden die 20 Euro, da habe ich ihn mal für kurze Zeit direkt gesehen!
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Anmerkungen:
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